Während die Gefahr eines Krieges zwischen den USA und dem Iran nicht nur nicht abklingt, sondern eher anhebt, richten sich die Augen der globalen Investoren auf den Edelmetallmarkt. Gemäß den Kursen der London Metal Exchange vom 1. April wird Gold bei 4.627,40 USD pro Unze und Silber bei 74,58 USD pro Unze stabil gehandelt. Vor wenigen Tagen noch hatte sich der Goldpreis auf 5.341,90 USD pro Unze geschürt, als Nachrichten über militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten kursierten; nun hat sich der Markt etwas beruhigt, bewegt sich aber weiterhin in der Nähe der Hochs, was die angespannte Stimmung am Markt aufrechterhält.
Experten analysieren, dass die Haltung, Edelmetalle als sichere Häfen zu betrachten, nach wie vor stark verankert ist. Gold gilt historisch als klassischer defensiver Vermögenswert, dessen Nachfrage in Zeiten von Kriegen oder instabilen Finanzsystemen stark ansteigt. Silber zeichnet sich durch eine doppelte Eigenschaft aus: Es ist sowohl ein Edelmetall als auch ein unverzichtbarer Rohstoff in industriellen Bereichen wie Solarpanelen oder elektronischen Bauteilen. Während die geopolitischen Risiken im Nahen Osten die Attraktivität beider Metalle als sichere Anlagen steigern, bestimmen die Genesungsgeschwindigkeit der globalen Fertigung und Schwankungen der Energiepreise die Preisbewegungen des Silbers maßgeblich.
Auch börsennotierte Edelmetall-ETFs, die an der New Yorker Börse gehandelt werden, folgen dem starken Trend am physischen Markt. Obwohl genaue ETF-Kurse nicht veröffentlicht werden, dominiert die Einschätzung, dass sie dem Anstieg der physischen Preise parallel folgen. Besonders in China fließen spekulatives Kapital schnell in den Termingeschäftsmarkt und in entsprechende Fonds ein und wieder aus, wodurch Kauf- und Verkaufspsychologien kurzfristig auf die Fondspreise wirken. Dies zeigt, dass Reaktionszeiten zwischen dem Markt für physische Güter und dem Fondsmarkt, der nur Geld fließen lässt, unterschiedlich sein können.
Politik und geopolitische Variablen treiben die heutigen Marktbewegungen an. Der von präemptiven Luftangriffen der USA und Israels ausgelöste Krieg hat die militärische Spannung im gesamten Nahen Osten erhöht und die Präferenz für sichere Anlagen stimuliert. Sorgen um Inflation durch Druck auf den Hormus-Sund für Truppenverschiebungen und Unterbrechungen der Ölversorgung wirkten direkt als Stimulanz für den Goldpreis. Auch politische Unruhen in Südamerika, einschließlich der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro, sowie verstärkte Handelskonflikte durch weitere Zollbedrohungen der USA gegenüber Europa haben risikoscheue Psychologien verstärkt. Zwischen dem physischen Markt und dem Fondsmarkt bestehen ebenfalls Temperaturunterschiede: Während der Verschärfung des Nahostkonflikts und des Zu- und Abflusses chinesischen Kapitals der physische Markt innerhalb eines Tages zwei-stellige Rückgänge verzeichnete und die Volatilität anstieg, zeigten Fonds einen verzögerten Anpassungsprozess aufgrund finanzieller Marktfaktoren wie Handelszeiten, Liquidität und Hedging-Nachfrage. Dies wird als Ergebnis struktureller Unterschiede zwischen dem physischen Markt, der auf physische Lieferung und langfristige Halte setzt, und dem Fondsmarkt, der von kurzfristigen Trades und Arbitrage geprägt ist, interpretiert.
Insgesamt zeigt der Markt eine defensive Stimmung. Nachrichten darüber, dass einige Schwellenland-Währungsbehörden, einschließlich der Zentralbank der Türkei, den Goldkauf ausweiten, werden die Nachfrage der Zentralbanken als Indikator für die Präferenz für sichere Anlagen zitiert. Gleichzeitig zeigen sich, dass Regierungen wie die von Vietnam versuchen, die Nachfrage nach Schmuck zu steuern und den Goldvorrat sowie Spekulationen zu minimieren. Im Silbermarkt wirkt zudem die politische Debatte mit, in der die USA Silber zu den Kernmineralien zählen und unter dem Handelsausweitungsgesetz 232 Grenzpreise für wichtige Mineralien diskutieren. Auch wenn dies noch in der Diskussion ist, wirkt die Vorsicht vor der politischen Richtung als Hintergrundfaktor für die Preisbildung, da Silber sowohl industrielle als auch strategische Vorratsspeicher-Funktionen erfüllt. Der Fall, bei dem chinesisches Kapital den Silberpreis kurzfristig anhub und ihn dann innerhalb eines Tages um 26% fallen ließ, zeigt, dass Volatilität sich weiter ausweiten kann, wenn spekulative Geschäfte auf politischen und geopolitischen Variablen lasten.
Gold- und Silberpreise gelten als Vermögenswerte, die empfindlich auf US-Notenbankpolitik, Dollarwert und geopolitische Variablen wie den Iran-Krieg reagieren. Da das Trump-Administration Kevin Warsh, einen harten Geldmensch, als nächsten Fed-Vorsitzenden nominiert hat und damit Erwartungen an einen starken Dollar steigen, laufen auch Diskussionen über geldpolitische Änderungen weiter. Es ist wichtig zu beachten, dass auch in Zukunft kurzfristige Preisvolatilitäten aufgrund von Zins- und Wechselkursänderungen, Krieg und Sanktionen sowie Zollkonflikten auftreten können.