Argentinien hat kürzlich die Ermittlungen zu dem vermeintlich betrügerischen Geschäft im Zusammenhang mit der Kryptowährung „Libra“ (Coin‑Ticker LIBRA) abgeschlossen.

Nach den am 23. veröffentlichten Urteilsentscheidungen wird festgestellt, dass der Präsident durch Werbung für das Token auf X (ehem Twitter) Preissteigerungen und anschließend starke Kursrückgänge verursacht hat, wodurch Investoren Verluste erlitten – jedoch nicht als strafrechtlich relevante Handlung gewertet wurde.

Im Februar des vergangenen Jahres hatte der argentinische Staatsoberhaupt, Labiér Milrei, das Token „Libra“ auf X beworben. Durch diese Werbung stiegen die Preise zunächst stark an und fallen anschließend drastisch, was zu erheblichen Verlusten bei den Investoren führte. Ermittlungen bestätigten, dass etwa 9,900 000 US‑Dollar Vermögenswerte aus acht digitalen Wallets abgezogen wurden – ein Umstand, der mit dem „Rug‑Pull“ vergleichbar ist.

Trotzdem wurde die Handlung jedoch nicht als Verbrechen nach Artikel 336 Abs. 3 des argentinischen Strafgesetzbuches angesehen. Der Richter wies darauf hin, dass die Werbung zwar den Markt beeinflusst, aber ohne konkretes Vorgehensplan nicht strafrechtlich relevant sei; folglich wurden die Ermittlungen eingestellt. In der Folge wurden insgesamt elf Personen – darunter Labiér Milrei, seine Ehefrau Carina Milrei und Geschäftsinhaber Hayden Davis, der das Token „Libra“ als „Launch‑Partner“ bekannt war – von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Der Fall gilt als bemerkenswert, da die argentinische Regierung seit dem Jahr 2024 aktiv Regelungen zum digitalen Vermögensmarkt erarbeitet und im selben Jahr Juni die Entscheidung traf, dass die Handlungen des Präsidenten nicht rechtswidrig seien. Zusätzlich wurde ein Investorengruppenklage in New York im September 2025 eingereicht, was die Notwendigkeit einer verstärkten Regulierung zur Sicherung von Vertrauen und Schutz der Investoren unterstreicht.

Insgesamt bestätigt dieser Urteil das Ausmaß an Einflussnahme des Staatsoberhaupts auf den digitalen Vermögensmarkt und signalisiert einen Bedarf für klare Leitlinien sowie Verantwortungszuweisung in Zukunft.