In letzter Zeit steht in Südkorea das Konzept von privaten, individuellen Bade- und Entspannungsräumen im Fokus. Im Jahr 2023 sank die Gesamtzahl der öffentlichen Sauna‑ und Bäderstätten auf etwa 5 656 Einrichtungen, wobei viele davon nun als „Einzelbade“ oder „Privat‑Sauna“ neu konzipiert werden. Der Hauptgrund hierfür ist, dass diese Orte den Nutzern einen Raum bieten, in dem sie selbstständig ihre Aktivitäten durchführen können, ohne die üblichen gemeinschaftlichen Abläufe zu teilen.
Ein Beispiel für dieses Phänomen ist die Sauna „Toba (TOBA)“, die im Stadtteil Seocho‑Gu in Seoul eröffnet wurde. Sie besteht aus fünf unabhängigen Räumen, die jeweils von einem Kunden allein genutzt werden; dort kann man sowohl mit Warm- als auch mit Kaltwasserbädern entspannen und sich anschließend in einer Saunestube erholen. Für 90 Minuten kostet der Eintritt 89 000 Won – ein Preis, der im Vergleich zum Durchschnittspreis (~10 000 Won) eines öffentlichen Bades kaum höher ist. Der Vorteil liegt darin, dass die Nutzer bei „Toba“ ihren Termin selbst bestimmen können und somit ihre Zeit in Ruhe genießen.
Mit dem wachsenden Interesse an solchen privaten Saunen haben sich auch neue Modelle für bestehende öffentliche Bäder entwickelt, die entweder modernisiert oder neu in das Konzept der „Einzelbade“ überführt werden. Das seit 32 Jahren etablierte Jung‑Sauna hat im Juni dieses Jahres einen neuen Namen erhalten: „One‑Person‑Exclusive‑Shinseun‑Spa“. Durch diese Neugestaltung reduziert sich die Zahl an öffentlichen Bäderstätten. Experten, die diesen Wandel erklären, betonen, dass die neue Generation weniger Interesse am reinen Badeerlebnis hat und stattdessen ein umfassenderes Entspannungsangebot sucht; denn ein privater Raum bietet neben körperlicher als auch geistiger Komfort zugleich.
Der Forschungsleiter des 20‑jährigen Instituts von Hoengyeong‑University, Herr Kim, erklärt: „Die jüngere Generation zeigt eine starke Neigung zu Selbstfürsorge und Autonomie in Bezug auf ihre körperlichen und geistigen Zustände. In einer Welt, die durch politische, klimatische und technologische Ungewissheiten geprägt ist, streben sie danach, ihr Wohlbefinden eigenständig zu steuern.“ Er weist darauf hin, dass private Saunen mit minimalem Kontakt zu anderen Menschen neue Entspannungsräume erschaffen. Dieser Trend spiegelt ein deutlich verändertes Bade‑Kulturbild wider, insbesondere für die Generation 2030.