Die schockierenden Statistiken, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kürzlich veröffentlicht hat, zeigen, wie stark die Geldbörsen der Arbeitnehmer weltweit unter Druck geraten. Es wurde bestätigt, dass die Steuerlast auf Arbeitseinkommen in den Mitgliedstaaten der OECD in den letzten zehn Jahren auf das höchste Niveau seit jeher gestiegen ist. Besonders die Arbeitssteuern, die alleinstehende Arbeitnehmer ohne Kinder tragen müssen, also der sogenannte „Tax Wedge", erreichten 35,1 % der Lohnkosten und damit ein historisches Hoch. Betrachtet man die Unterschiede nach Regionen, so zeigt sich, dass Belgien mit 52,5 %, Deutschland mit 49,2 % und Frankreich mit 47,2 % unter hohen Steuersätzen leiden, was die Verschärfung der Besteuerung von Lohnarbeit weltweit belegt.

Wichtige Wirtschaftsmedien wie die Financial Times UK analysieren, dass regierungen, die unter finanziellen Druck stehen, auf bewegliche Kapitalerträge eher verzichtet und stattdessen leicht zu fassende Arbeitseinkommen anpacken müssen. Da Gehälter eine feste Einnahmequelle darstellen, von der man nicht fliehen kann, ist die Besteuerung derselben für Regierungen die effizienteste Methode zur Sicherstellung von Einnahmen. Ökonomen erklären dies mit dem Begriff „hohe Steuerelastizität" und weisen darauf hin, dass die Regierung ideale Steuereinnahmequellen bevorzugt, bei denen die Steuereinnahmen auch bei Anhebung der Steuersätze von selbst folgen. Arbeitseinkommen erfüllen die strukturellen Merkmale perfekt, die dazu führen, dass sie bei finanzieller Not der Staatskasse am ersten Ziel der Besteuerung sind, und werden daher als Kerninstrument zur Sicherung des Staatshaushalts genutzt.

Auch Südkorea ist keine Ausnahme in diesem Trend, sondern wird sogar als Vorbild genannt. Die aus Arbeitseinkommen eingezogenen Steuern stiegen von 4,1 Billionen Won im Jahr 2020 innerhalb von nur fünf Jahren auf 680 Billionen Won, was einem Wachstum von etwa 65 % entspricht. Dies liegt nicht nur an der Zunahme der Erwerbstätigen und der Lohnerhöhungen, sondern vor allem an dem „stillsamen Steuererhöhung"-Phänomen, bei dem höhere Nominaleinkommen automatisch in höhere Steuerschichten gedrückt werden. Darunter leidet auch die Belastung durch Sozialversicherungsbeiträge. Über 10 Millionen Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung müssen ab diesem Monat zusätzliche durchschnittlich 220.000 Won monatlich zahlen, da die Ausgleichszahlungen für die Änderungen im Vorjahr im April auf die Krankenversicherungsbeiträge angerechnet werden. Von den insgesamt 16,71 Millionen Arbeitnehmern sind es 10,35 Millionen, deren Gehalt oder Gehaltsstufe gestiegen ist; diese müssen durch die jährliche Ausgleichszahlung durchschnittlich 218.574 Won mehr zahlen, sodass sich ein Teufelskreis ereignet, bei dem die Lohnerhöhungen direkt in steigende Versicherungsbeiträge umgewandelt werden.

Ab diesem Jahr wird die Beitragssatz für die Nationalpension jährlich um 0,5 Prozentpunkte erhöht und bis 2033 für acht Jahre fortgesetzt. Dies wird unter dem Vorwand einer „Pensionsreform zur Sicherung der zukünftigen Einkommen" durchgeführt, doch unter den jungen Arbeitnehmern gibt es beschwerliche Stimmen, die dies als „achtjähriges festgelegtes Programm zur Erhöhung der Quasi-Steuer" bezeichnen. Für einen Angestellten mit einem Monatsverdienst von 3,09 Millionen Won wird erwartet, dass im Jahr 2033 Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen im Vergleich zu heute mehr als 120.000 Won monatlich mehr zahlen müssen. Südkorea gehört zu den Ländern der OECD mit dem niedrigsten Steuerbelastungssatz, doch dies ist nur das Ergebnis übermäßiger Anwendung von Abzügen und Ermäßigungen. Die nominale Spitzensteuersätze liegen sogar höher als der OECD-Durchschnitt, während Hochverdiener durch diverse Abzüge die effektive Steuersätze senken, während Niedrigverdiener überhaupt nicht besteuert werden. Ein Drittel der Arbeitnehmern zahlen gar keine Einkommensteuer, was darauf hindeutet, dass die Steuerbasis schmaler wird, während die Steuereinnahmen steigen; dies zeigt, dass die Belastung pro Steuerzahler drastisch zunimmt.

Die Politik bevorzugt die Verschärfung der Besteuerung von Arbeitseinkommen gegenüber Einkommen aus Kapital, was das Ergebnis der Realität ist, dass Kapital Lobbyarbeit betreibt, während Gehaltsempfänger nur wählen gehen. Keine Regierung in der Geschichte hat die Methode der direkten Konfrontation gewählt, den Anteil der Steuerfreien zu verkleinern und die Steuerquellen zu erweitern, sondern hat Politik betrieben, die nur die Belastung für Arbeitseinkommen erhöht. Am Ende sind Gehaltsempfänger in einen strukturellen Fallstrick der Steuerplanung gefangen und können nicht entkommen; die Verdickung der Geldbörse der Armen zeigt, dass dies nicht nur ein politisches Versagen ist, sondern ein systematisches Planungsproblem.