Es werden schockierende Prognosen aufgestellt, wonach die potentiellen Wachstumskräfte der koreanischen Wirtschaft im nächsten Jahr auf historisch tiefste Werte abrutschen werden. Im Gegensatz zur kurzfristigen Erholung, die auf der Halbleiterindustrie basiert, wächst die Sorge, dass die Wirtschaftsstruktur selbst ihre Wachstumsgrundlage verliert. Experten warnen davor, dass es sich nicht um eine einfache Konjunkturschwankung handelt, sondern um eine Schwächung des grundlegenden Wachstumsmotors, und betonen die Dringlichkeit entsprechender Gegenmaßnahmen.
Laut den neuesten Daten der OECD ist die Wachstumsrate des Koreas von 1,92 % im letzten Jahr auf 1,71 % in diesem Jahr um 0,21 Prozentpunkte gesunken und wird voraussichtlich im nächsten Jahr weiter auf 1,57 % fallen. Besonders im vierten Quartal des kommenden Jahres wird ein Wert von 1,52 % erwartet, was einen Teufelskreis darstellt, in dem jedes Jahr neue Tiefstwerte gebrochen werden. Das Potentialwachstum bezeichnet die maximale Wachstumsrate, die ohne Inflationserhöhung erreicht werden kann; Südkorea zeigt seit 2012 (3,63 %) einen anhaltenden Rückgang und ist 2023 unter 2 % gefallen. Wenn dieser Trend bis zum nächsten Jahr anhält, wird ein pessimistisches Rekord von etwa 15 Jahren anhaltender Abwärtstrend gebrochen.
Die Wachstumsrate-Lücke zwischen den USA und Korea vergrößert sich ebenfalls zunehmend. Die Lücke zwischen den beiden Ländern, die 2023 bei 0,03 Prozentpunkten lag, wird 2024 auf 0,13 %, 2025 auf 0,28 %, in diesem Jahr auf 0,31 % und im nächsten Jahr auf 0,38 Prozentpunkte ausgedehnt sein. Die Bank of Korea hat eine ähnliche Einschätzung abgegeben und erklärt, dass das Potentialwachstum 2026 und 2027 wahrscheinlich unter 2 % fallen wird. Darüber hinaus wurde eine Warnung ausgegeben, dass es langfristig sogar auf 1 % fallen könnte, was den anhaltenden Rückgang der Wachstumsrate offiziell macht.
Die tatsächliche wirtschaftliche Gesundheit befindet sich ebenfalls in einer schwierigen Situation, die unter dem Potenzialniveau liegt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt das BIP-Lückenverhältnis dieses Jahr auf -0,90 % und im nächsten Jahr auf -0,63 %, was bedeutet, dass das reale Bruttoinlandsprodukt unter dem Potenzialniveau liegt. Dies ist ein Signal dafür, dass der Zustand, in dem alle Produktionsfaktoren wie Arbeitskräfte, Kapital und Technologie nicht ausreichend genutzt werden, langfristig anhält. Die Sorgen bezüglich der Wachstumsstruktur vertiefen sich ebenfalls, und die Abhängigkeit von der Halbleiterindustrie verstärkt sich, wodurch das Risiko, das Schwankungen bestimmter Industrien für die gesamte Wirtschaft haben, zunimmt. Darüber hinaus ist die Möglichkeit einer Schwächung der Finanzbasis zu einem Hauptproblem geworden.
Um diese Krise zu überwinden, ist es nach Meinung der Experten, dass der Kern der politischen Reaktion auf strukturelle Reformen konzentriert werden muss. Es wird betont, dass Probleme wie niedrige Geburtenraten und Alterung, Produktivitätssteigerungen und industrielle Diversifizierung gleichzeitig vorangetrieben werden müssen. Auch die politischen Behörden haben Konsens über die Notwendigkeit umfassender Reformen in Bereichen wie Bildung, Wohnen, ausgewogene Entwicklung, jugendliche Beschäftigung, Renten und Arbeit gebildet. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Dienstleistungssektors, die Ausweitung des Marktwettbewerbs und die Sicherstellung der Volkswirtschaftswachstumsrate werden als Schlüsselvoraussetzungen für die Umkehrung des Potentialwachstums hervorgehoben.