Die Wellen im globalen Energiemarkt schlagen heftig. Die internationalen Ölpreise steigen auf ein Niveau, das höher ist als erwartet, und dies liegt in Verbindung mit den Nachrichten vom Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus dem Bündnis unter der Schirmherrschaft der Organisation der petrolierenden Staaten (OPEC). Experten sehen nicht nur eine strukturelle Veränderung der Lieferketten verantwortlich, sondern betrachten den lähmenden Zustand der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran als den Kernfaktor, der die Preiserhöhungen antreibt. Es ist eine Situation, in der isolierte Faktoren sich kreuzen und die Unsicherheit auf dem Energiemarkt steigen lässt.
Die wichtigsten Ölfutures, die weltweit als Maßstab dienen, verzeichnen eine Aufwärtsbewegung mit einem Anstieg von mehr als zwei Ziffern im Vergleich zum Vorhandelstag. Der Preis für die europäische Referenzzahl in London stieg in einem Tag um 2,8 % und erreichte 111 Dollar und 26 Cent pro Barrel. Im Gegensatz dazu zeigte sich die im US-Inneren verankerte West Texas Intermediate (WTI)-Öl ein noch stärkeres Aufwärtstempo und stieg um 3,7 %; während der Handelszeit brach die psychologische Grenze von 100 Dollar pro Barrel mühelos durch. Diese Preissteigerungen werden nicht auf die Besorgnis der Anleger zurückgeführt, sondern auf eine Kombination aus Sorgen über die Schwächung der Lieferketten und geopolitischen Risiken.
Die Entscheidung der VAE, dem OPEC+ beizutreten, droht einen globalen Erdölmarkt mit einem Umbruch zu konfrontieren. Diese Organisation hat bis dahin unter der Führung ihrer Mitglieder mit einer starken Zusammengehörigkeit und enormer Produktionsfähigkeit eine entscheidende Rolle bei der Preisbildung weltweit gespielt. Insbesondere mit dem Austritt der VAE, die unter den zwölf Mitgliedern den dritten Platz in Bezug auf die Ölproduktion einnehmen, wird das bestehende Produktionskontrollsystem, das von Saudi-Arabien dominiert wurde, stark erschüttert. Die VAE haben in den letzten Jahren um erweiterte Befugnisse zur Ausweitung der Ölproduktion gebeten, doch da diese Forderungen nicht erfüllt wurden und das Land die Organisation verließ, wurde die Marktperspektive für die Lieferungen unklar.
Trotz der Hoffnung auf eine Steigerung der Angebotsmengen infolge des Austritts der VAE zeigt sich keine Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Beide Länder bewegen sich weiterhin auf parallelen Bahnen, da sie Kernfragen wie die Kontrolle über die Straße von Hormus und das iranische Kernprogramm streiten, was einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die internationalen Ölpreise ausübt. Laut ausländischen Medien hat der Iran dem USA ein „Mittelstufenabkommen" vorgeschlagen, in dem die USA die Blockade der iranischen Häfen aufheben, anstatt die Straße von Hormus wieder zu öffnen, doch komplexe Probleme wie das Kernprogramm müssen auf spätere Verhandlungen verschoben werden. Wie lange dieser Stillstand andauern wird, ist von großer Bedeutung.