Die US-Börsen zeigten eine starke Erholung, indem sie negative Faktoren wie die Sorge um einen langwierigen Konflikt im Iran, steigende Ölpreise und höhere Staatsanleihenrenditen überwand. Alle wichtigen Indizes – S&P 500, Nasdaq sowie der Russell 2000 für kleine und mittlere Unternehmen – erzielten neue Rekorde. Besonders an der New Yorker Börse am 30. war das Marktklima vor dem Öffnen positiv geprägt, da die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren besser ausfielen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal um 2,0 % auf Jahresbasis; auch wenn dies unter der von Analysten erwarteten Rate von 2,2 % lag, war dies dennoch eine deutliche Erholung gegenüber dem 0,5 % des vierten Quartals. Zwar zeigten die privaten Konsumausgaben eine leichte Verlangsamung, doch die Unternehmensinvestitionen stiegen auf 10,4 % – das höchste Niveau in drei Jahren – und trieben das Wirtschaftswachstum voran. Die Ausweitung der Investitionen in Ausrüstung und geistiges Eigentum wurde direkt durch die verstärkten Investitionen in die künstliche Intelligenz (KI) verursacht, während die Staatsausgaben den Rückgang infolge des „Shut downs" ausglich. Auch die privaten Ausgaben, die sich auf die private Kaufkraft stützen, verzeichneten ein höheres Wachstum als im vorherigen Quartal und bestätigten die robuste Fundamentaldynamik der US-Wirtschaft.
Die Inflationsindikatoren, repräsentiert durch die persönlichen Konsumausgaben (PCE), stiegen um 3,5 % im Jahresvergleich aufgrund steigender Energiepreise auf ein neues Höchstniveau in drei Jahren, während die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) bei 3,2 % blieb und damit den Erwartungen entsprach. Durch Einkommenssteigerungen und Konsumwiederaufschwung wurde der Inflationsdruck ausgeglichen, sodass die reale Konsumnachfrage weiterhin robust blieb. Die Zahl der Arbeitslosenversicherungsanträge sank auf ein Tiefstand seit 1969, und die Lohnkostenindikatoren überstiegen die Erwartungen, was die weiterhin feste Arbeitsmarktstruktur bestätigte. Experten sahen in diesen Daten, dass die US-Wirtschaft den schlechten Jahresende komplett hinter sich lassen und in eine Erholungsphase eingetreten ist; zudem wird erwartet, dass die ausgeweiteten KI-Investitionen der Unternehmen auch in Zukunft als Wachstumsmotor dienen werden. Besonders die massiven Kapitalausgaben der Unternehmen für den Aufbau von KI-Infrastruktur werden als starker Rückenwind für die Halbleiter-, Energie- und Rechenzentrumswirtschaft analysiert.
Die Quartalsberichterstattung der technologiegetriebenen Hyperscaler klärte die Kriterien für Anleger auf. Google verzeichnete einen Cloud-Umsatz, der die Erwartungen weit übertraf und ein Wachstum von 63 % erzielte; zudem schloss es mit dem direkten Verkauf seiner eigenen KI-Chips (TPU) ein profitables Geschäftsmodell ab. Daher bewertete JP Morgan Google als Top-Auswahl und hielt seine Kaufempfehlung aufrecht. Im Gegensatz dazu erlitt Meta trotz eines Umsatzwachstums von 33 % einen Kursrückgang von 9 %, weil die Wall Street davon ausging, dass es außerhalb der Werbeeinnahmen schwierig ist, die enormen KI-Kapitalausgaben sofort durch Umsätze zu kompensieren. Auch Microsoft verzeichnete ein starkes Wachstum bei Azure Cloud, fiel jedoch hinter dem Rhythmus von Google zurück, und die Zuwachsraten für Copilot-Abonnenten enttäuschten die Erwartungen, was zu einem Kursrückgang führte. Amazon konnte durch beschleunigtes AWS-Umschwung den Kurs vorantreiben, betont aber die Kosteneinsparungen durch eigene Chipentwicklung und beansprucht langfristige Vorteile.
Diese Markttrends wirkten sich komplex auf Halbleiterunternehmen wie Nvidia aus. Die Sorge wuchs, dass sich die Abhängigkeit von Nvidia verringern könnte, da Großtechnologieunternehmen wie Google, Amazon und Microsoft sich auf die Entwicklung eigener Chips konzentrieren. Zudem wurde diskutiert, ob diese Unternehmen ihre Kapitalausgaben weniger für GPU-Käufe und mehr für die Bewältigung explodierender Speicherkosten einsetzen würden. Tatsächlich wandte sich der Nvidia-Kurs abwärts, während die Kurse von Speicherunternehmen und Energieinfrastrukturen für Rechenzentren stark anstiegen. Qualcomm senkte seine Gewinnprognose, doch der Erfolg eigener Chipprojekte führte zu einem Kursanstieg von 15 %. Der Markt erkannte, dass die KI-Blase noch in den frühen Stadien steckt, sondern dass der Infrastrukturausbau bereits an einer Sackgasse angelangt ist; dies deutet auf eine bevorstehende härtere Konkurrenz zwischen technologischer Innovation und KapitalEffizienz hin.